feinsinnig und herzfroh

Eine lange Reise ist es, sich der eigenen Musik anzunähern und sie aus sich selbst hervorzuheben. Lebenskünstlerin sein, Potentiale erkunden und weitergeben. Sich verlieren und wieder finden. Theater spielen, Bilder malen, Fäden spannen, an starren Mustern rütteln, eigenwillig, mittendrin und am Rande sein. Neue Welten kreieren, Lebens-qualitäten schaffen und ins Geflecht der Lebenslust integrieren. Wo anfangen mit berichten?

Am Brunnen in Olsberg?
Am Meer in Tansania?
Am Fluss in Freienstein?
Am Rheinufer in Basel?
Am See in Zürich ?
Beim Bergbach im Wallis?

Ich freue mich über manche Stationen meines abenteuerlichen Daseins. Kindheit? Verspielt und voller Wachsamkeit für kleine Wunder. Schulen? Ja, dankend durchlebt, dankend jedoch auch hinter mir gelassen. Das Meer von Wissenswertem ist unerschöpflich, unermesslich der Reichtum an Schätzen, die zu entdecken, ergründen und zu erobern sind. Bildung endet nie!
Wasser, Feuer, Erde, Luft, Holz, Metall, Gips, Ton, Textil, Farben und Formen gingen durch meine Hände. Tag und Nacht gestalten, kreieren. Rundum Tatendrang, Neugierde und Ideen mit Menschen teilen.

Kleine und grosse Welten bereisen, im Kopf und auf dem Erdball. Auf verschiedensten Bühnen «tanzen»: im Theater, im Zirkus, auf der Strasse, spielend, suchend, findend. Arbeit vielschichtig, vielseitig; Spielanimation, Malerei, Schauspiel, Performances, Installationen, Musik...schlichtweg Tausendsassa. Uferloses Meer! Was machst Du  eigentlich nicht?

Über viele Jahre reiste ich mit dem roten Faden und verstrickte mich in diese und jene Geschichte. Unzählige Ausstellungen und Performances,
im In-und Ausland,  Symposien, Stipendien, auf Tournée mit dem Theaterstück Marzipan und Tulipan und mit vielen Lesungen, die ich mit dem Akkordeon begleitete. Intensives Studium des Balafonspiels, auch damit Konzerte.

Beteiligt an so manchem Projekt für Kinder: Werken, Bauen, Spielen, Theater, Musik. Kinder, ein dankbares Gegenüber für Phantasie und Neuentdeckungen, für Staunen und ehrliches Handeln dürfen.

Alles so wunderbar!
Aber auch harte Arbeit: Aufträge an Land ziehen, das ist wie Fischen! Mal ein grosser, mal ein kleiner Fang. Haferflocken und Kartoffeln essen, Kajüte bewohnen. Höhenflüge und Tauchgänge. Stürme und Windstille. 

Meine Musik hat sich entfaltet. Gitarrenunterricht, dann erlernen des Balafonspiels, Lieder in Schweizerdeutsch und Französisch entstehen.



Wo auch immer ein Klavier aufzufinden war, sass ich stundenlang und improvisierte. Mit dem Akkordeon komponierte ich mehr und mehr eigene Stücke. Singen wurde zentral! Wie durch ein Wunder fand ich zur Gitarre zurück. Sie ist mir ans Herz gewachsen. Es entsteht Lied um Lied. Ich wollte damit raus aus meinem Kämmerchen... Luft  machen... existieren... überleben... nicht nur für mich alleine... mich mitteilen und erzählen. Alles erzählen. 

Musik-Geschichten sind Inspirations-quelle und Lebenselixier. Ich hatte viel Glück und konnte auf manche Begegnungen und Kontakte zählen. Und so durfte ich in den letzten Jahren auf vielen kleinen Inseln Halt machen und loslegen mit Singen. 

Mein roter Faden ist die Musik, die Liebe zur Musik. All mein Schaffen verdichtet sich heute in meinen Liedern. Darin sprudelt Lebenslust, Reisefieber, eine Fülle von Eindrücken, darin finden meine Gedanken, meine Gefühle ein Zuhause. Worte dürfen für sich stehen. Gestern, Heute und Morgen reichen sich die Hand. Die Quelle der Inspiration sprudelt und findet zu ihren Kompositionen.

Essentielles löst sich aus absolutem Alleinsein, in klarer Einsicht tiefster Bedürfnisse und die bewusste Schau auf Brachland, lässt Begeisterung dafür erblühen. Meine Lieder sind Resonanzräume innerer Landschaften, stille Wasser und Sturzbäche, die meinem vielseitigen Schaffensweg eine aufklärende Kontur geben. Auf der Suche nach eigenen Strukturen und Rhythmen, drehe ich mich im Kreis und realisiere: das ist notwendig. Unrealistische Überlebensstrategie? Utopisch, phantastisch, jedoch unentbehrlich. Musik!

Seine Wünsche und Träume leben können, braucht viel Glück, Wille, Mut und Geduld, aber auch die Fähigkeit sein eigenes Schicksal in die Hände zu nehmen, es zu lieben und dafür zu kämpfen. In diesem Kampf wurde ich letztendlich mein eigenes Gegenüber.

Da steh ich nun und bin bereit, den Flügeln meiner Begeisterung und Leidenschaft ganz zu vertrauen.